#2 - DIE LUKAS DAUSER STORY
Shownotes
In der zweiten Folge von Voice of Athletes spricht Kim Bui mit ihrem langjährigen Weggefährten Lukas Dauser, Turn-Weltmeister am Barren und Olympia-Silbermedaillengewinner von Tokio. Wie fühlt es sich an, wenn ein Kreuzbandriss mitten im Durchbruch alles infrage stellt? Was macht es mit einem, wenn ausgerechnet bei der Heim-WM in Stuttgart der Traum vom Titel im eigenen Land zerplatzt? Und wie schafft man es, sein Karriereende selbst zu gestalten, wenn ein Muskelriss sechs Wochen vor Olympia in Paris fast alles zunichtemacht? Ein Gespräch über Rückschläge, Vertrauen ins eigene Team und die Frage, was am Ende wirklich zählt, wenn man auf eine ganze Karriere zurückblickt.
Kim Bui: instagram.com/kim.bui Lukas Dauser: instagram.com/lukasdauser Voice of Athletes: instagram.com/voice.of.athletes
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"Voice of Athletes" ist eine Produktion der Pimster Creations GmbH.
Transkript anzeigen
00:00:01: Oder ich habe früh gelernt, wer auch mal nein sagt, sagt ja zu seinen Zielen.
00:00:05: Und ich hatte immer dieses Ziel olympisches Spiel.
00:00:07: Ich hab gesagt da will ich auch mal.
00:00:09: Im Endeffekt muss man im Nachgang sagen war das so der Weg vom Profi zum Vollprofi für mich?
00:00:13: Der Profi gibt hundert Prozent in der Turnhalle und der Vollprofi eben auch außen rum.
00:00:18: Voice of Athletes Stimmen die bewegen Geschichten die bleiben Der Podcast mit Persönlichkeiten des Sports wie du sie noch nie gehört hast.
00:00:31: Willkommen zur zweiten Folge von Voice of Airways, dem Podcast der Athletinnen und Athleten eine unabhängige Stimme gibt.
00:00:38: Ich bin Kim Bui und ich freue mich heute richtig hier die Folge zu machen!
00:00:42: Ich würde sagen dass man heutiger Gast und ich uns durchaus sehr gut kennen.
00:00:46: wir haben viele viele Momente und Wegkämpfe gemeinsam erlebt Aber auch aus der Entfernung haben wir uns immer gegenseitig in unseren Karrieren jeweils unterstützt.
00:00:54: Mein Gast kennt beides, den Sturz und den Sieg!
00:00:57: Weltmeister am Baren, Olympia Silber in Toki gewonnen aber auch Verletzungen durchgemacht verpasste Chancen Und ich gehe mit ihm die Frage nach wie man nach einer Niederlage wieder aufsteht.
00:01:07: Außerdem ist es so genannte Boom ein Markenzeichen von ihm geworden.
00:01:11: Ich spreche heute mit einem der erfolgreichsten deutschen Tourner der letzten Jahre und einem echten Freund.
00:01:17: Herzlich Willkommen Lukas Dousa Luki, wir kennen uns ja schon ein ganzes langes Weichchen und ich habe ja auch viele deiner Anfänge mitbekommen in der Nationalmannschaft eher weil davor natürlich jeder so ein bisschen sein Weg gegangen ist.
00:01:33: Auch du deinen eigenen Weg gegangen bist!
00:01:36: Und ich hab es gerade schon erwähnt gehabt.
00:01:39: Boom!
00:01:40: Auftakt!
00:01:41: Und warum boom?
00:01:42: Ich sage immer Hashtag BOOM!
00:01:43: Weil ich habe gesehen das ist etwas was Dich irgendwie ausmacht, dieser Hashtag.
00:01:48: Du hast es in deinem WhatsApp als Status oder zumindest noch als Überschrift?
00:01:53: Du hast jetzt in deiner Instagram-Bio oben drin.
00:01:57: Erläutere doch mal was das bedeutet!
00:02:00: Da erwischt mich ein bisschen auf dem kalten Fuß, muss ich ehrlich sagen Ich weiß gar nicht wie's genau dazu gekommen ist Bin schon sehr emotionaler Turner würde ich sagen.
00:02:08: Also wenn ich eine gute Übung getaunt habe dann hab' ich mich auch immer gefreut und... ...Ich hab immer Boom gerufen Und irgendwie hatte dann mein damaliger Trainer mal zu mir gesagt, jetzt hat sie wieder Boom gemacht nach einer guten Übung und ja irgendwie die Sportler.
00:02:22: Ich habe das natürlich so verfolgt haben alle so ihren eigenen Hashtag Kimmy believe in yourself beispielsweise oder Robert Lewandowski RL neun oder Christiano Ronaldo etc.. Da war für mich irgendwie klar dass ist mein Hashtags und damit identifiziere ich mich.
00:02:40: Ja, ich finde das aber auch ganz passend.
00:02:42: Also ist kurz und knackig!
00:02:44: Und befrebt es glaube ich ganz gut.
00:02:49: Ich freue mich eigentlich auch ganz arg sehr dass wir uns heute hier wieder treffen als Podcast und Host oder Podcast-Host führen von dieser Folge und wir uns nicht als Tonkollegen auf der Matte uns wieder treffen sondern hier und ich bin damals irgendwie rausgegangen aus meiner Tonkarriere irgendwie den Tonnernzug richtig angezogen oder richtig geturnt.
00:03:11: Wie ist das für dich?
00:03:12: Also bei mir war es so, ich habe ja im Jahr ... ... nach Paris international meine Karriere beendet.
00:03:17: Ich hab dann noch im Jahr... ... des ganzen Bundesliga geturmt und man muss natürlich sagen der Aufwand war nicht mehr ganz so groß aber ich wollte trotzdem noch meine Leistung bringen.
00:03:26: also ich war fast täglich trotzdem in der Tonhalle um in der Bundesliga auch noch gute Übungen zu zeigen.
00:03:34: Dieses Jahr im Januar, in dem wir im Jahr auch noch eine große Feuerwerk der Turmkunst-Tournee mitgemacht haben.
00:03:41: Ich bin da durch ganz Deutschland gereist und war also auch noch voll auf dem Level und bin jetzt seit Anfang Februar raus.
00:03:46: Ich war tatsächlich nicht einmal in der Turnhalle zum Trainieren, ich war das ein oder andere Mal in der turnhalle um Wettkampf anzuschauen mit meinem Sohn ein bisschen Trampolin zu hüpfen aber für mich persönlich Training zu machen war ich nicht mehr.
00:04:01: Es tut ganz gut, dieses alltägliche Turnhalle nicht mehr zu haben.
00:04:05: Vielleicht kommt es irgendwann – ich weiß nicht ob's bei dir schon so weit ist, du bist ja schon ein bisschen länger raus!
00:04:10: Aber wie gesagt, ich bin eigentlich ganz froh, dass ich dieses alltägliche Turnhaller gerade eben nicht mehr
00:04:16: habe.".
00:04:17: Und das war tatsächlich bei mir glaube ich von Anfang an so.
00:04:19: Also ich hab dieses immer wieder in die Turnhale gehen gar nicht so vermisst, deshalb bin ich auch nicht mehr gegangen.
00:04:26: und heute vermisse ich tatsächlich schon eher.
00:04:30: Man kommt in die Halle, man kennt so bekannte Gesichter.
00:04:33: Man geht in den Austausch... Ich glaube ich vermiss mehr diesen Vibe, glaub' ich also mit so wie kommen zusammen?
00:04:40: Wie kennen uns eigentlich?
00:04:41: und man hat so viel Zeit mit den Leuten verbracht und das ist glaube ich ein bisschen manchmal so.
00:04:46: das Gefühl was ich glaube jetzt heute vermisse aber selbst dieses in die Turnhalle gehen und trainieren am Gerät das vermisse ich tatsächlich gar nicht mehr.
00:04:54: Also ich find's spannend weil bei mir ist es so diesen Tag vor dem Wettkampf oder den Wettkämpf morgen, wenn es so kribbelig ist.
00:05:02: Was ich früher eigentlich nicht mochte aber das ist sowas was mir so ein bisschen fehlt muss ich sagen oder halt natürlich nach einer richtig guten Trainingseinheit dieses befriedigende Gefühl zu haben dann sich auf die Couch zu setzen.
00:05:15: einem tut alles weh aber man ist super zufrieden mit dem tag.
00:05:18: Das ist so wo ich sage dass fehlt mir ein bisschen.
00:05:21: und ja was mir natürlich aufgefallen ist so einen spitzen Sportler Alltag der ist natürlich von früh bis abends komplett durchgetaktet.
00:05:27: Das ist auf der einen Seite irgendwie befreiend, dass das nicht mehr so ist.
00:05:30: Aber auf der anderen Seite war es für mich auch nicht ganz einfach da eine gute Struktur in sein Alltag zu bekommen.
00:05:38: Wir gehen darauf noch später ein bisschen näher drauf ein.
00:05:41: Da kannst du gerne noch ein bisschen mehr erzählen aber wir wollen uns heute ein bisschen deinen... eben deine Story von Anfang und auch eigentlich bis zum Ende quasi mal so ein bisschen beleuchten, deine verschiedenen Kapiteln in deinem Leben.
00:05:55: Und da wollen wir natürlich irgendwo ganz am Anfang anfangen wie du zum Turnen gekommen bist und zwar das Stichwort Ballett weil ich glaube, du wärst wahrscheinlich durch deine Schwestern irgendwie mit Strumpfhosen vielleicht auf der Theaterbühne gelandet oder?
00:06:11: Wie kam es denn ausgerechnet dann zu turnen?
00:06:13: also zwei ältere Schwestern und die haben Ballett gemacht damals.
00:06:18: Und ja, ich fand irgendwie die Bewegung mit dem eigenen Körper ganz cool.
00:06:21: aber meine Eltern haben gesagt boah Jungs und Ballett das passt nicht so hundert Prozent und habe mich deshalb in den Tonverein gesteckt mit sechs Jahren und Ich hab ab dem Zeitpunkt drei mal in der Woche trainiert und man hat ja relativ schnell gemerkt dass ich dafür Talent habe.
00:06:34: mir hat es unglaublich viel Spaß gemacht bin dann mit acht Jahren zum Landestrainer auch gekommen.
00:06:40: damals in Bayern Mit zehn Jahren oder mit zehn Jahren stand dann eigentlich die erste große Entscheidung an.
00:06:47: Gehe ich den normalen Weg, Studium, normales Gymnasium vielleicht eine Ausbildung?
00:06:52: Oder gehe ich auf ein Sportgymnasium und mach ja man kann sagen mein Hobby zum Beruf!
00:06:57: Und ich habe mich damals für diesen Weg entschieden.
00:07:00: Kannst du dich noch daran erinnern gab es so irgendwie beim Turnen bei der dein Anfängen irgendein Übung die du besonders gut konntest wo du sagst hey das ist mega cool und das ist vielleicht auch der Punkt wo du dann weitermachen wolltest mit dem Turnen Irgendwie was anderes.
00:07:14: Ich meine, eben viele Jungs haben vielleicht irgendwie Fußball Handball gemacht und du hast gesagt, hey Turnen das ist es?
00:07:21: Für mich war der Flickflack immer so das Element, was ich richtig cool fand als ich schon damals in die Turnhalle kam und habe die Turnerinnen gesehen wie die einen Flick flack gemacht haben.
00:07:30: Ich konnt's mir gar nicht vorstellen das zu machen am Anfang.
00:07:32: Und ein Flick Flack, du weißt es selber, das lernt man halt nicht an einem Tag Und das war immer so.
00:07:38: mein erstes Ziel, irgendwie einen Flickflack zu können.
00:07:40: Deswegen habe ich mich daran ein bisschen festgebissen und ja... Das war für mich das entscheidende Element, dass ich sage darauf will ich hinarbeiten und es hat dann auch irgendwann geklappt.
00:07:50: Aber das konnte ich dann auch ganz gut, würde ich sagen!
00:07:53: Und du hattest vorhin jetzt gerade erwähnt gehabt, dass du dann quasi mit zehn Jahren gings da drum, wo Sportschule auch immer also sich dahin verschlägt und du hast dich dafür für den Sport fürs Tunnen entschieden.
00:08:03: Du bist ja dann mit neunzehn nach Berlin gekommen?
00:08:06: Was ist so in der Zeit auch passiert zwischen dem Anfängen und auch Berlin, wo ich ja schon sagen würde es ging ja dann schon in eine sehr professionelle Richtung.
00:08:17: Also ich bin noch mit zehn Jahren auf das Sportgarnasum, habe dann neun Mal in der Woche trainiert.
00:08:21: Das Sportgernasum war in München und wir wohnen so um thirty-f vierzig Kilometer außerhalb von München.
00:08:26: Ich war am Tag dreieinhalb Stunden an der S-Bahn, hab Hausaufgaben in der S.-Bahn gemacht.
00:08:30: Bei neuen Trainingseinheiten fragen sich viele eher die Woche hat doch nur sieben Tage.
00:08:34: Wir haben auch vor der Schule schon trainiert sind dann in die Schule nach der Schule wieder ins Training.
00:08:38: es waren Vollertag, das kann man sich vorstellen.
00:08:41: Es waren richtig coole Jahre und mir hat es super viel Spaß gemacht.
00:08:45: aber man muss natürlich sagen wir mussten verzichten.
00:08:47: Man konnte nicht zu jedem Geburtstag.
00:08:49: Das wirst du sicherlich wissen, man musste viele Familienfeiern absagen.
00:08:53: Aber für mich oder ich habe früh gelernt wer auch mal nein sagt sagt, ja zu seinen Zielen.
00:08:58: und ich hatte immer dieses Ziel olympische Spiele.
00:09:00: Ich saß aus dem Fernseher im Jahr war, habe damals Fabian Hambüchen im Fernsehen gesehen, er ist damals Siebter geworden aber war jüngste Olympiatheilnehmer.
00:09:09: und das hat mich so gecatcht und ich habe gesagt da will ich auch mal hin.
00:09:12: Und das war eigentlich die ganze Zeit mein Ziel.
00:09:15: während dieser Zeit und du hast es angesprochen mit achtzehn stand dann die zweite große Entscheidung an.
00:09:22: Ich nenn's mal meine Komfortzone verlassen.
00:09:24: Ich hätte natürlich München bleiben können, aber ich wusste wenn ich dieses Ziel Olympisches Spiel erreichen will dann brauche ich professionelle Bedingungen um den Sport rum in der Turnhalle und deswegen war der Weg nach Berlin genau der richtige für mich.
00:09:39: Über Stuttgart!
00:09:41: Über Stutgart kann man sagen ja das habe ich jetzt ausgeklammert.
00:09:45: Weißt du weil wir auch zusammen trainiert hatten?
00:09:47: Ja
00:09:48: genau Ja, dann gut.
00:09:52: Wir sind im Podcast.
00:09:53: normal hast du nicht so viel Zeit aber im podcast glaube ich hat mal so den moment länger zeit.
00:09:57: Ich bin tatsächlich mit sechzehn nach stucke gegangen für ein halbes Jahr leider nur.
00:10:02: ich habe mir in der zeit ja hab ich mich an der schulter verletzten.
00:10:06: knöcher einer sehenabriss musste operiert werden hab die OP in München machen lassen und war da ganz lange auch bei Physiotherapeuten, bei Sucrosalehi.
00:10:15: In der Reha und war zwei drei Monate nicht in der Schule.
00:10:17: entstuckert bin dann wieder zurückgekommen Und zum halb Jahr haben meine Eltern das Zeugnis gesehen und haben gesagt Lukas wir machen erstmal die Schule Das ist Prio eins Dann schauen wir weiter, wie es läuft und deswegen war das ein kleines Intermett so entstückert.
00:10:33: Aber es hat mir trotzdem viel gebracht, viele Erfahrungen die ich da auch mitnehmen konnte unter anderem die Freundschaft und ja das was ich mit dir auf jeden Fall auch in dieser Zeit hatte.
00:10:44: Du hast auch gerade schon deine Eltern erwähnt Die ja eigentlich immer mit einer der wichtigsten Rollen spielen neben den Trainern in dieser Zeit als junger Mensch, weil man selber nicht fahren kann und man natürlich auch irgendwie auf die älter angewiesen ist.
00:11:01: Welche Rolle haben deine Eltern in der Zeit auch gespielt?
00:11:04: Ja eine große Rolle!
00:11:05: Gerade natürlich logistisch gesehen erst mal mich zu Erstbahn zu bringen, mich zum Training zu fahren hin zurück.
00:11:13: Natürlich dem Sohn von morgens bis abends nicht zu sehen.
00:11:17: Das glaube ich auch nicht so ohne, der ist den ganzen Tag alleine in München unterwegs und sie haben mich immer unterstützt und dabei aber versucht mir auch Druck zu nehmen und nicht Druck aufzubauen.
00:11:27: Ich glaube das war eigentlich so der wichtigste Schlüssel dass sich da aus meinem Elternhaus einfach die richtigen Tugenden mitbekommen habe um eine Karriere hinzulegen.
00:11:38: Und du bist ja jetzt bald Papa von zwei Kindern.
00:11:43: Was bedeutet das für dich als Vater und für deine eigenen Kinder mit dem Thema Leistungssport?
00:11:49: Also was steckt dahinter, würdest du deine Kinder auch in den Leistungssport stecken wollen.
00:11:55: Also grundsätzlich würde ich sagen Sport an sich der vermittelt Werte glaube ich die in unserer heutigen Gesellschaft dann da ein oder andere Stelle vermisst werden und deswegen finde es ganz wichtig dass man in einem Sportverein ist.
00:12:06: Sport schweißt zusammen.
00:12:08: Du lernst natürlich auch ein bisschen Disziplin gerade im Turnen.
00:12:12: Wenn die das machen wollen, dann würde ich den niemals einen Stein in den Weg legen.
00:12:16: Dann sollen sie diesen Weg gehen und ich werde sie dabei unterstützen aber ich werde jetzt die da nicht dazu drängen dass sie das machen.
00:12:22: also das muss jeder für sich entscheiden.
00:12:24: es ist ein großer Schritt glaube ich diesen Schritt auch zu gehen Aber es ist auch vollkommen in Ordnung wenn man anderen weg einschlägt.
00:12:32: Und ist dein kleiner Sohn schon im Turnen?
00:12:34: Im Kinderturnen.
00:12:35: Ich war tatsächlich einmal mit ihm, aber da hat die Trainerin mir gesagt, der ist noch zu jung und da war auch erst knapp ein Jahr.
00:12:41: Und wir trainieren aber zu Hause ganz viel.
00:12:43: Also Handstand, Rolle bzw.
00:12:45: eher es ist ein Puzzlebaum Aber das macht richtig viel Spaß ihm da auch natürlich Sachen beizubringen.
00:12:50: Ich habe's vorher kurz angesprochen.
00:12:51: Wir sind natürlich auch das eine oder andere Mal in der Turnhalle und ja da braucht man sich nicht kümmern Man stellt den zwei Stunden am Trampolin ab und hat erstmal so ein bisschen seine Ruhe.
00:13:01: also ihr macht auf jeden Fall viel Spass.
00:13:04: Ja
00:13:04: vielleicht der nächste Olympiad Teilnehmer Zukunft, also noch viele Jahre.
00:13:11: Aber
00:13:11: vielleicht den München?
00:13:12: Vielleicht den Münchern!
00:13:13: Wir wissen es ja nicht.
00:13:14: Also wir wissen auch noch nicht wann die Spiele dann hoffentlich irgendwo nach Deutschland vergeben werden.
00:13:20: Wir machen einen kleinen Sprung in der Zeit und wir hatten das doch schon ein bisschen im Vorgespräch gehabt.
00:13:26: Es gibt natürlich in so einer Karriere immer Höhen- und Tiefen.
00:13:29: Ich glaube das ist ganz normal.
00:13:31: Die habe ich genauso erlebt wie du sie auch Und ich glaube jeder andere Sportler auch Definitiv dazu, weil ohne Tiefpunkte gibt es auch keine Höhepunkte.
00:13:41: Also man muss das Leben sich immer so als Kurve vorstellen.
00:13:45: und du hattest gesagt habt einer deiner ja wichtigsten vielleicht sogar Wendepunkt in deiner Karriere war dein Kreuzband-Rist.
00:13:54: zwei tausend siebzehn.
00:13:56: Und was ist da passiert?
00:13:59: Ab welcher Sekunde war dir klar Da ist was kaputt in deinem Knie oder da ist etwas Größeres.
00:14:04: und wie kann ich damit auch umgehen?
00:14:07: Also diese Zeit, die kurz davor und auch die kurze Zeit danach.
00:14:10: Vielleicht kannst du uns da mal ein bisschen mitnehmen.
00:14:13: Ich würde ganz kurz bis in früher noch einmal einhaken, damit die Zuhörer, ich glaube es ist immer schwierig.
00:14:17: Wir kennen uns natürlich und kennen so ein bisschen die Geschichte.
00:14:20: Also ich bin im Jahr zwölf nach Berlin und natürlich alleine in einer großen Metropole war's nicht ganz ohne.
00:14:25: Bösezungen würden behaupten das erste halbe Jahr war ich öfter in der Disco als in der Turnhalle...
00:14:29: Aber was?
00:14:30: Irgendwann!
00:14:31: Ja.
00:14:33: Aber irgendwann habe ich mich gefragt, warum bin ich eigentlich hier?
00:14:36: Und dann habe ich angefangen richtig zu trainieren und hab mir dann auch den Traum von den Olympischen Spielen in Rio erfüllt.
00:14:44: Fabi Hambüchen jetzt komme ich wieder zurück hatte damals die Goldmedaille gewonnen.
00:14:50: Ich war dabei.
00:14:51: das war eine tolle Erfahrung aber ich war noch kein Medaillenkandidat und ich saß auf dem Weg zurück ins olympische Dorf und dachte mir in diesem Schattel Das ist einer von uns.
00:15:02: Was der kann, das kann ich
00:15:04: auch.".
00:15:04: Und da war irgendwie so meine nächste Vision oder mein nächstes Ziel geboren und ich will auch so eine Medaille.
00:15:09: Jetzt schließt sich ein bisschen der Kreis.
00:15:10: Ich bin dann zurück nach Berlin gereist, habe keinen Urlaub gemacht, hab voll durch trainiert... Wo alle
00:15:16: anderen Urlaub gemacht haben?
00:15:17: Genau!
00:15:18: Hab Ende des Jahres dreizehn Wettkämpfe neun Wochen geturnt mit, du weißt es beispielsweise, acht Bundesliga-Wettkämpfen, Ganda und Swiss Cup in einer Woche.
00:15:25: Turnier der Meister am Freitag geturnte, nach Stuck hat geflogen, am Samstag Bundesliga geturnten Sonntag wieder nach Cottbus geflogen und beim Turnier der Meister des Finals getunten.
00:15:36: Also das waren harte Wochen.
00:15:38: Wolltest du es dir irgendwie noch mal beweisen?
00:15:41: Ich wollte diesen Schritt gehen, und im Endeffekt habe ich diesen Schritt auch geschafft.
00:15:44: Ich hab dann die Silbermedaille bei den Europameisterschaften in dem Jahr zwei Tausend Siebzehn gewonnen und das war eigentlich so mein Durchbruch.
00:15:49: Und ich dachte jetzt geht's so richtig los!
00:15:52: Stand eben nur noch die deutschen Meisterschaftens in Berlin auf einem Programm und dann sollte es auch in den Urlaub gehen.
00:15:57: Und bei diesen deutschen Meisterschaften in Berlin ist es eben passiert, dass ich mir beim Ringeabgang meinen Kreuzband gerissen habe und mein Außenminiskus zertrummert hab.
00:16:06: Ich weiß eigentlich noch wie gestern ... Ich saß bei diesem Arzt und der Arzt sagt Lukas ob du jemals wieder springen kannst oder landen kannst.
00:16:15: Bei so einem Ringe-Abgang herrscht bis zum dreizehnfachen das eigenen Körpergewicht auf den eigenen Körper natürlich nur für einen Bruchteil der Sekunde Aber es sind in meinem Fall halt so knapp über achthundert Kilo.
00:16:27: Und das Kreuzband war gar nicht so das große Problem, sondern der Außenministerus war einfach in so viel Teile zertrümmert und ich war mit dieser Diagnose nicht so richtig zufrieden.
00:16:36: bin dann auch München zu einem anderen Arzt gefahren und er hat mir die Diagnos bestätigt aber er war ein bisschen zuversichtlicher.
00:16:44: Bis zur OP.
00:16:45: jetzt komme ich auf deine Frage zurück.
00:16:47: bis zur OP War schon immer die Frage warum ich?
00:16:50: Warum passiert genau mir das?
00:16:52: Und nach der OP war aber eigentlich nicht mehr die Frage, warum passiert mir das.
00:16:55: Sondern da war die Frage wie komme ich besser zurück?
00:16:58: Wie schaffe ich es stärker zurück zu kommen als zuvor?
00:17:00: Wie gehe ich jetzt mit der Situation um und wie kann ich mich in dieser vermeintlich schlechten Lage, in der ich gerade bin?
00:17:06: Wie kann ich die zum positiven ummitzen?
00:17:10: Also ich kann es ja voll nachempfinden weil ich ja selber zwei Kreuzbandrisse hatte zu der Zeit Die waren bei mir quasi vor deinen.
00:17:20: Ich konnte das so nachempfinden, ich weiß auch noch, ich saß dort an einer Längsseite und sehe wie du diesen Abgang dort machst und dir dieses Knie gehalten hast.
00:17:29: Und das hat wehgetan!
00:17:31: Das hat richtig, richtig weh getan weil ich einfach nachempfinden kann was es dann bedeutet.
00:17:35: also das bedeutet erstmal OP?
00:17:39: Also die meisten oder ja ich würde mal sagen fast alle machen eine OP weil ohne geht's halt nicht ganz Und dann der Weg zurück vor allem.
00:17:49: Das braucht Durchhaltevermögen, Disziplin und Ackern, ackern bis zum Geht nicht mehr weil es eine andere Art von Belastung ist.
00:18:00: Weil wir sind vorher gewohnt immer in der Turnhalle zu stehen jeden Tag in die Turnhale zu gehen und plötzlich muss man irgendwie vielleicht auch wieder anfangen laufen zu lernen.
00:18:09: So war das bei mir, ich habe irgendwie so gewusst okay in der Woche vorher hab' ich noch eine Doppelseil du gemacht auf der Matte und ne Woche später nach der OP fange ich an wieder zu lernen auf Krücken zu gehen Und es war so schwierig für mich dann nicht da zurückzukämpfen.
00:18:23: Wie war das für dich denn?
00:18:24: Also es war schon extrem schwer.
00:18:25: wir haben dann zwei Operationen gemacht.
00:18:27: Ich hatte insgesamt drei Monate Krücken, ich hatte so ne Streckschiene.
00:18:30: Nach drei Monaten hatte mein Oberschenkel neun Zentimeter weniger Umfang als die andere.
00:18:34: Das ist so der Unterschied vom Handball zum Fußball.
00:18:39: Aber du hast es gesagt, das war für mich im Nachgang jetzt trotzdem der Wendepunkt für mich.
00:18:43: Weil ich habe in dieser Zeit geschaut an welcher Stellschraube kann ich noch drehen und habe angefangen mit einem Mentaltrainer zusammen zuarbeiten.
00:18:53: Ich habe angefange mit einer Ernährungsberater zusammenzuarbeiten und eben mit dem Gewichthebertrainer weil ich mir gedacht hab wer kann diesen Oberschenkel wieder auftrainieren dass er auch diese Belastungen widerstand hält?
00:19:04: Im Endeffekt muss man im Nachgang sagen, war das so der Weg vom Profi zum Voll-Profi für mich.
00:19:08: Der Profi, da gibt es hundert Prozent in der Turnhalle und der Voll-Profi eben auch außen rum.
00:19:13: Der schaut an welcher Stellschraube er noch drehen kann und ich glaube dass deswegen das für mich so der Wendepunkt war, was ich gesagt habe.
00:19:21: hey ab jetzt bin ich Voll-Profi und hab dann ja eine lange Zeit ne lange Leidenszeit gehabt.
00:19:27: Ich habe insgesamt achtzehn Monate keinen Wettkampf getunnt.
00:19:30: aber wie du es gerade auch angesprochen hast mit jedem Zwischenziel ist mein Selbstvertrauen größer geworden und ich bin meinem eigentlichen Ziel wieder im Wettkampf zu landen, auch näher gekommen.
00:19:39: Und das waren Ziele wie du sagst, wieder laufen zu können ohne Krücken, wieder meinen ersten Seite machen zu können natürlich für dieses Mental auch wieder ein Ringeabgang zu machen also bei dem Teil wo es dann auch passiert ist.
00:19:51: Das war alles so kleine Steps und ich glaube dass man sich zwischenziele setzt und das war ja für mich der Wendepunkt meiner Karriere kann man schon sagen.
00:20:02: Dass du mit Experten zusammen gearbeitet hast, würdest auch sagen dass es so die Zeit ist wo du dir eben dein Team um dich so ein bisschen auch gebildet hast.
00:20:10: So deine Leute die wirklich mit dir an einem Strang ziehen und mit dir vorwärts gehen mit dir deine Ziele deine Träume verwirklichen und auch ja umsetzen.
00:20:23: Und ich glaube auch tatsächlich das Fabia eine relativ große Rolle in der Zeit gespielt hat.
00:20:29: Und was hat Fabi, die da so mit auf den Weg gegeben?
00:20:33: Genau also es war so dass das schon auch die Zeit war wo ich gemerkt habe Ich brauche ein Team um mich rum.
00:20:41: Ich sage jetzt mal ungern, dass ich im Mittelpunkt stehe aber du musst dir natürlich als Sportler deine Physiotherapeuten Ärzte Deine verschiedenen Trainer Athletik deinen Turntrainer natürlich Mental-Trainer Ernährungsberater Natürlich die Familie Das ist alles ein großer Kreis, der muss zusammen passen und du stehst eigentlich in der Mitte und versuchst dir ja auf dein Ziel auszurichten.
00:21:06: Und zu motivieren.
00:21:07: Und das würde ich sagen, Fabi ist da so ein bisschen mit reingerutscht als Mentor.
00:21:14: Fabi hatte ja dann im Jahr zwei Tausendsechzehn nach seinem Olympiasieg die internationale Karriere auch beendet Stand mir immer mit Rat und Tat zur Seite.
00:21:22: Und hat mich auch in dieser schwierigen Zeit um zwei tausend siebzehn, zweitausend achtzehn rum aber dann auch im Nachgang einfach unterstützt.
00:21:30: ich konnte mit allen Fragen auf ihn zukommen.
00:21:32: das war für mich einfach extrem wichtig weil ich wusste er ist natürlich einer der genau diese Situation schon mal erlebt hat und jeder extrem viele Hinweise geben konnte.
00:21:40: ein Beispiel Ich habe ihn vor einem WM-Finale mal gefragt wie hast du es gemacht?
00:21:44: Mit dem Einton Bist du nach der Vorstellung, wenn du als Letzter beispielsweise dran bist?
00:21:50: Es kommen noch sieben Leute vor dir.
00:21:52: Hast du so eine halbe Stunde oder ich sag mal fünfundzwanzig Minuten bis dann eigentlich dein Einsatz ist?
00:21:56: Bist Du nochmal in die Einturnhalle hast du nochmal dich eingeturnt?
00:21:59: und das waren schon so kleine Hinweise bei denen ich ja Unterstützung oder bei denen mir Unterstützung extrem gut getan habe und deswegen bin ich ihm super dankbar dass er einfach so mein Mein Mentor über diese Zeit auch war und ich da extrem viel Ja, Positives mitnehmen konnte.
00:22:16: Und Fabi ist ja bis heute eigentlich nicht eigentlich sondern Fabi isst ein guter Freund, von Trainingskollege zu Mentor zu Freund einfach auch ein stetiger Lebensbegleiter würde ich einfach mal sagen oder?
00:22:28: Also dass der da einfach in sehr vielen Lebenslagen ihr euch da gut unterstützen könnt!
00:22:33: Ja auf jeden Fall.
00:22:34: also es ist eine große Freundschaft entstanden über die Jahre und das ist irgendwie das Schöne, dass wir jetzt nach dem Sport nicht abreißt, sondern dass wir trotzdem noch viel Kontakt haben.
00:22:43: Die Themen unterscheiden sich jetzt ein bisschen.
00:22:45: Es geht nicht mehr ganz so viel um Ton, aber das ist ja auch schön irgendwie und das ist... Das ist es ja auch was es ausmacht finde ich.
00:22:52: Besprecht ihr euch immer so jetzt auch dieser Nachtonzeit also wenn die Themen sich ändern?
00:22:59: wie es so weitergehen wurde, wie's weitergehen kann.
00:23:01: Wie er das erlebt hat und kann der dir auch da Tipps geben?
00:23:05: Also ich muss gestehen dass ich tatsächlich auch mit Fabi gesprochen hatte also im persönlichen jetzt nach mir auch ein bisschen Tipps abgeholt hatte weil er ja auch noch mal weit vor mir aufgehört hatte und ich auch natürlich wissen wollte so hey wie geht's nach dem Turnen weiter?
00:23:21: hier hast du das erlebt und hab mir da tatsächlich auch ein paar Tipps abgeholt.
00:23:24: konntet ihr da jetzt auch?
00:23:25: Ja, auf jeden Fall.
00:23:26: Also wir haben jetzt gerade letzte Woche telefoniert und da hat er mir auch noch mal oder habe ich ihm gesagt wie es bei mir gerade ausschaut?
00:23:31: Ich hab grad meine Bachelorarbeit gemacht abgeschlossen und... Herzlichen
00:23:35: Glückwunsch da dazu!
00:23:36: Auf jeden Fall nochmal
00:23:38: Danke.
00:23:39: Nee, und da ist es einfach gut glaube ich jemand an der Seite zu haben, der diese Situation schon erlebt hat Und das hatte ich grade gesagt und er hatte dieses nach der Karriere.
00:23:49: Das ist einfach eine schwierige Phase und das ist glaube ich ein Prozess, den man dadurch lebt.
00:23:54: Ja, auch da steht er mir mit Rat und Tat zur Seite.
00:23:56: Wobei seine Worte eigentlich waren lass es ruhig angehen ja weil es kommt irgendwann das bringt nichts jetzt übers Bein zu brechen du stürzt dich in irgendwas rein und am Ende bereustest vielleicht dass du's gemacht hast.
00:24:07: und deswegen ja warte ich da jetzt hab meine To-dos die ich abhaken will und dann wird auch irgendwann hoffentlich der Moment kommen wo ich sage okay das ist es dafür ist meine neue Leidenschaften da habe ich Bock drauf
00:24:20: Und ich glaube, das ist auch ganz wichtig sich da die Zeit zu nehmen.
00:24:24: Weil... Ich finde wir haben so viel Zeit in diesen Leistungssport gesteckt!
00:24:28: Soviel Herzblut, soviel... Ja, Zeit, Leidenschaft, Schweiß-Training alles Höhen und Tiefen dadurch gemacht und jetzt wieder rauszukommen und eben was anderes im Leben zu finden wo?
00:24:42: das Herz vielleicht auch dafür schlägt.
00:24:45: Und ich meine, Ton haben wir ja auch nicht direkt von heute auf morgen von null auf über hundert gemacht sondern dann haben wir jetzt auch stetig aufgebaut und ich glaube dass wir das glaube ich auch im Leben so danach so angehen dürfen.
00:24:56: So hatte mir das zumindest auch Fabi gemeint also entspannt angehen lassen.
00:25:02: Ich will jetzt nochmal einhaken.
00:25:04: Ich weiß nicht, warum ich das nicht gesagt habe bisher aber du bist natürlich auch so eine kleine Mentorin für mich und das war erstens in der Zeit meines Kreuzbandrisses.
00:25:12: Du hast es zweimal erlebt und mein Bundestrainer hatte damals auch in der Situation gesagt melde dich mal bei der Chemie schreibt ja mal ruf die mal an und frag mal wie die das gemacht hat weil du bist zweimal davon auch stärker zurückgekommen und bei einer ähnlichen Verletzung und von dem her warst du in dieser Verletzungszeit natürlich ne wichtige Stütze.
00:25:30: Aber auch jetzt im Nachgang und jetzt leuchtet mir das wieder ein, weil... Ich weiß noch, ich weiß jetzt nicht mehr wanns war.
00:25:36: Ob es so eineinhalb Jahre her hast du auch gesagt?
00:25:39: Ich war dann sechs Wochen im Urlaub!
00:25:41: Ich habe kein gesehen und ich saß am Strand und hatte einfach mal Zeit zu reflektieren.
00:25:45: Und das hast Du ja als Sportler nicht.
00:25:47: Das hat mir auch nochmal die Augen geöffnet.
00:25:49: Nimm Dir die Zeit um zu reflektionen.
00:25:51: Im Sport hast Du Wettkampf, Wettkämpf, Wettekämpfe.
00:25:53: Es passiert immer wieder was Neues.
00:25:55: Der nächste Training steht an nach dem WettKampf ist vor dem WetteKampf gefühlt.
00:25:59: Und Du hast gar nicht diese Zeit zu reflektieren... sagst, um dann auch einen neuen Weg einzuschlagen.
00:26:06: Ich glaube ich braucht man diese Zeit auch oder sollte man sie sich auch nehmen?
00:26:11: Absolut!
00:26:12: Ich habe dir das damals erzählt.
00:26:13: Ich bin dann einfach los mit dem Rucksack sechs, sieben Wochen.
00:26:16: tatsächlich Backpacking hab' ich vorher noch nie gemacht.
00:26:19: Solo Traveling hab', ich auch noch nie gemacht und hab' es einfach mal gemacht weil man das ja sonst eben in diesem Leistungssportalltag ja nie die Möglichkeit hat mal auszubrechen.
00:26:28: so richtig
00:26:29: also.
00:26:29: ich habe immer das Gefühl gehabt wir sind natürlich getrieben aber Das ist ja der Leistungssport.
00:26:33: Wir wollten das so und wir... Und das bin ich immer noch nach wie vor der Meinung, dass das absolut so wichtig für die Ziele waren.
00:26:43: Sonst hätten wir niemals unsere Ziele, unsere Träume irgendwie verwirklichen können aber sich eben danach bewusst diese Zeit zu nehmen zu sagen hey wo will ich hin?
00:26:52: Was ist vielleicht wer bin ich auch ohne den Tunnsport und diese Zeit sich wirklich bewusst zu nehmen, nicht zu eilen.
00:27:06: Ist eine der wichtigsten Phasen oder einer der wichtigste Zeiten für mich gewesen damals?
00:27:11: Ja glaube ich auch und ich bin gerade drin.
00:27:13: also ich bin gespannt wohin der Weg führt Und
00:27:15: du darfst wieder weiter in die Zeit nehmen!
00:27:17: Ich kann dir auch sagen das wird noch dauern.
00:27:19: Ich bin jetzt vier Jahre so ziemlich genau.
00:27:21: jetzt haben wir ja finde ich vier Jahre nach Ende meiner Karriere und muss immer noch sagen ich bin glaube ich in so einem Vakuum Also ich bin ja doch nicht mehr diese Ex-Athletin.
00:27:30: bei vier Jahren ist das schon wieder eine Zeit.
00:27:32: Das ist jetzt bei dir so ein bisschen weniger her, weniger lang her.
00:27:35: Ich bin auch noch nicht ganz im Leben angekommen weil...das ist einfach ja...
00:27:40: Du musst überlegen du hast auch in den zwanzig Jahre nichts anderes gemacht und es ist halt einfach ne extrem lange Zeit.
00:27:48: und da braucht glaube ich auch die Umstellung?
00:27:52: Absolut!
00:27:53: Wir wollen jetzt nochmal ein bisschen auch über deine Erfolge, deine größten Erfolgen in deiner Karriere sprechen wir.
00:28:01: Ich sehe hier schon hier vorne haben wir so ein bisschen was auf oder liegt so schön dargestellt hast du uns mitgebracht nämlich Deine Medaillen und deine Erfolger, deine Errungenschaften durch eine Karrieren durch.
00:28:13: Und Du hattest vorhin erzählt gehabt es war dann dann Kreuzbandriss So ein bisschen der Wendepunkt Von Ja von Profi zum Vollprofi und Dann kam ja zwischendurch, wenn du darauf eingehen möchtest, die WM in Stuttgart noch.
00:28:33: Und dann möchtes du da noch was dazu erzählen?
00:28:38: Dann möchte ich dir den Punkt mitgeben weil ich erinnere mich noch so gut es ist diese heimwm in stuttgart gewesen und du hast dich auch Wie immer, wie du auch bist so fokussiert und so akribisch darauf vorbereitet.
00:28:54: Und du bist da reingegangen und hast es gerockt!
00:28:56: Du hast die Quali sowas von gerockt, bist ja als Erste aus dieser Quali heraus... ...und dann im Bachenfinale startet man dann in der umgekehrten Reihenfolge?
00:29:05: Ich weiß gar nicht ob das ausgelost wurde
00:29:06: oder...
00:29:07: Es wurde ausgelucht, aber
00:29:08: also Sechster in die Startposition war Platz sechs.
00:29:12: Genau.
00:29:13: Und dann musstest du da ans Gerät gehen.
00:29:14: ich weiß noch ganz genau wo ich oben gestanden bin.
00:29:17: Ich habe mir das von oben angeschaut.
00:29:20: Erzähl, wie du diese Übungen erlebt hast.
00:29:22: Ich weiß auch noch Du hast über Deine Routine.
00:29:23: Du tust deine Schlappen da schön zurechtlegen und dann bist Du ans Gerät gegangen?
00:29:28: Ja ich habe ja so ein paar mehr... Wie sagt man das?
00:29:35: Ich bin so ein bisschen abergläubisch und hatte die eine oder andere Sache, die ich immer vor dem Wettkampf gemacht habe oder während des Wettcamps, dass mir einfach so ein bißchen Sicherheit gegeben hat.
00:29:44: Zu dem Zeitpunkt war ich Natürlich extrem nervös, die Übung ist leider gar nicht so gelaufen wie ich es mir vorgestellt habe.
00:29:55: Ich musste absteigen war eigentlich auf dem besten Weg Weltmeister im eigenen Land zu werden und hab versagt.
00:30:00: und das war so die bitterste Niederlage sportlich gesehen für mich.
00:30:05: Ich hatte auch lange daran zu knabbern und habe das Kanal analysiert mit meinen Trainern.
00:30:11: Ich habe mir leider vier Monate vor der Wärmen die Mittelhand gebrochen, ich war nicht ganz so viel Übung geturnt aber du hast es angesprochen nach der Quali-Weich-Erste.
00:30:19: Also ich habe gezeigt, dass ich diese Übung kann Passiv war, dass ich da rausgegangen bin und habe gesagt boah hoffentlich passiert nichts.
00:30:29: Und ich bin hier raus gegangen aktiv und anglusslosig und hab nicht gesagt hey Ich zeige euch jetzt was ich kann.
00:30:34: Ich zeig was ich trainiert habe und durch diese passivität ist einfach so Ja das letzte prozent Irgendwas absichern was man noch gar nicht hat und dann ist eben dieser fehler passiert.
00:30:45: und ja ich hatte lange dran zu knabbern.
00:30:48: viele haben mir auch gesagt lukas vergiss es haks ab Aber ich habe gesagt, ich will es nicht vergessen.
00:30:53: Ich will daraus lernen und ich mache es beim nächsten Mal
00:30:55: besser.".
00:30:56: Du hast es gerade erwähnt in den Mentaltrainer.
00:30:58: Du arbeitest schon seit vielen Jahren oder auch zu der Zeit mit Fabis Onkel dem Bruno am Büchen.
00:31:04: Was waren so Tipps?
00:31:06: Oder was gab es noch, was er dir damit auf den Weg gegeben hat?
00:31:09: Also insgesamt war es ganz viel Visualisierung wie ich mich auf die Wettkämpfe vorbereite.
00:31:14: das war natürlich einmal so.
00:31:15: die Perspektive dass ich mir beim Tunen zuschaue, dann gab's die Perspektive das ich selber turne.
00:31:21: Ich hab dabei versucht rauszuspüren wo sind die weichen Stellen haben es immer genannt?
00:31:25: Wo gibt´s noch ein kleines Problem?
00:31:27: Das merkt man manchmal wenn mal im Kopf sowas durchläuft.
00:31:29: und da manchmal bin ich im Kopf abgestiegen.
00:31:32: bei meiner Übung habe gemerkt okay da stimmt noch was nicht!
00:31:34: Dann haben wir uns das Element davor angeschaut.
00:31:36: Das Element danach bin ich vielleicht schon zu weit denke ich schon ans nächste Element und bin gar nicht hier und jetzt in dem Element.
00:31:44: oder ich habe versucht es in Zeitlupe ablaufen zu lassen.
00:31:47: Ich habe meine Übungen Augen zugemacht, Stoppuhr angemacht, meine Übung durchgegangen wieder auf die Stoppuher gedrückt und habe geschaut okay bin ich im Kopf schneller als in Wahrheit also in echt?
00:31:57: Und so haben wir ja ganz viele verschiedene Methoden gehabt um eben diese Visualisierung zu machen viele Atemübungen, um mich entweder zu pushen.
00:32:06: Wenn das letzte Gerät ist und du bist plat und ausgeschöpft, um noch mit den letzten Reserven auch aus dir rauszuholen aber vielleicht auch beim ersten Gerät nicht runterzuholnen gibt es ganz viele Übungen die wir da gemacht haben vor allem natürlich auch im Umgang mit dem Trainer weil das natürlich ein spezielles Verhältnis ist ich glaube dass kannst du bestätigen so eine Athlete oder Athletin-Trainerbeziehung Speziell und da gibt es viele Reibereien.
00:32:33: Und da sind bei uns natürlich auch oft die Fetzen geflogen, und da war natürlich er auch immer ein wichtiger Ansprechpartner um zu wissen wie ich mit der Situation noch umgehen soll oder
00:32:43: kann.".
00:32:44: In dem Fall dann Trainer Hubi Hubert Brullock, der dich auf den letzten, sag' ich jetzt mal, ja einen Metern deiner Karriere so begleitet hat... Hat er dir dann auch noch mal irgendwie, sagt ihr dir noch was vom Wettkampf bevor du dann ans Gerät gehst?
00:32:58: Also gibt's da irgendwas?
00:33:00: Im Endeffekt versuchte mich ein bisschen runterzuholen.
00:33:03: Er sagt mir hey ist es auch nur einen Wettkämpf bei das WM-Finale Antwerpen und wir stehen in diesem Tunnel und der kommt her umarmt und ich sagte he ist auch nur ein WettKampf.
00:33:13: Aber irgendwie das wichtigste war für mich dass es immer geschafft hat egal mit welchem Spruch mir nochmal so'n Lächeln auf die Lippen zu zaubern und das hat mir extrem viel Leichtigkeit gegeben.
00:33:24: Und was er geschafft hat, wie kein anderer war mir dieses Vertrauen zu schenken.
00:33:28: Dieses Ur-Vertrauen, er musste gar nichts sagen und ich wusste er vertraut mir dass ich diese Übung schaffte und dass ich das hinkrieg.
00:33:35: Das ist ganz schwer für mich in Worte zu fassen aber das war für mich so... das tat mir so gut, dass ich wusse der Trainer, der vertraute mir und dieses Vertauen, das kannst du glaube ich gar nicht durch Worte irgendwie beschreiben oder einem geben sondern Es ist da.
00:33:50: Und das hat er einfach geschafft und ja, es hat mir extrem gut getan in diesen wichtigen Momenten dann.
00:33:56: Boah!
00:33:56: Das ist so schön zu hören.
00:33:58: Der Hammer dass du eine tolle Erfahrung hast gemacht mit deinem Trainer, dass der dich da so begleitet hat, dass er so für dich da war, dass Ersohn Vertrauen geherrscht hatte.
00:34:09: und vor allem ihr habt gemeinsam deine größten Erfolge gefeiert und feiern können zusammen.
00:34:16: Und da möchte ich nämlich darauf zurückkommen auf dein Olympiasilber in Tokio.
00:34:23: Ich erinnere mich noch so gut an dieses Bild, wo du auf dem Bachen stehst mit der Deutschlandflacke hinten drauf und es war großartig!
00:34:31: Leider eben Corona-Spiele, keine Zuschauer da... Was kommt dir so in deinen Gedächtnis wenn du an Tokio denkst?
00:34:41: dann zum ersten Mal auf dieses Podest drauf gehst, bei der Siege-Ährung hast du da noch mal eine ganze Übung irgendwie Revue passieren lassen.
00:34:49: Was ist dir dadurch ein Kopf gegangen?
00:34:51: Es war Emotion pur und Freude pur natürlich.
00:34:54: ich habe an gar nichts gedacht und wenn ich jetzt zurückdenke kann auch gar nicht so sagen.
00:34:58: aber ich glaube der erste Moment wo ich wirklich so gedacht hab geil.
00:35:03: ich habe es geschafft.
00:35:03: das war schon den moment wo ich dann auf dieses podest hoch geklettert bin meine medaille um den hals bekommen habe Natürlich noch sehr präsent dieses Stuttgart-Erlebnis eineinhalb Jahre davor oder knapp zwei Jahre dvor, wo ich einfach wusste, geil!
00:35:18: Ich habe es wirklich geschafft.
00:35:19: Damals habe ich gesagt, ich warte auf meine nächste Chance und mach's
00:35:22: besser.".
00:35:22: Und das war eben die nächste Chance aufgrund von Corona – du hast es angesprochen.
00:35:26: Wurden ja die olympischen Spiele verschoben?
00:35:28: Und ich musste ein Jahr länger auf diese Chance warten und hab sie dann voll genutzt.
00:35:32: Das war einfach so ne Genugtuung in dem Moment
00:35:35: Wenn du so drüber spielst, ich weiß nicht ob man es sieht.
00:35:37: Aber es ist ein bisschen wie Gänsehaut die ich da bekomme.
00:35:41: also das ist wirklich... Ich weiß auch, wir saßen alle da keine anderen Zuschauer aber wir waren dort in der Halle und haben sich da hochsteigen sehen.
00:35:50: Wir haben alle so gefeiert und es sei dir so unglaublich gegönnt Du das erreicht hast, dass du das geschafft hast.
00:35:57: und eben nach Stuttgart, nach dieser sehr bitteren Momenten die du da erleben durftest.
00:36:03: Dann endlich Olympia, Silber in Tokio Und dann hast aber ja noch einen drauf gesetzt würde ich sagen Ich weiß nicht ob du es einen drauf setzen nennen würdest Aber vielleicht magst du das selber beschreiben?
00:36:13: Dann nämlich, zwanzig-dreiundzwanzig Weltmeister!
00:36:16: Weltmeist an deinem Gerät am Bachen bei den Weltmeisterschaftenden entwerbten.
00:36:21: Also kann man sagen besser ging's da
00:36:23: nicht?!
00:36:24: Ja, kann man so sagen.
00:36:25: Also viele fragen mich auch was ist ein wichtiger?
00:36:28: Die Olympiomedalie oder die WM-Medallie?
00:36:30: und ich muss sagen, glaube olympische Spieler sind schon noch mal besonderer oder es ist natürlich nur alle vier Jahre und das ist... Auch wenn man sie hoch hebt, die olympischen medaille ist deutlich schwerer also sie wiegt schon mehr.
00:36:42: aber Man sieht's auch!
00:36:43: Also man siehts da schon hier an der dicke Medaille Das ist hier... Ich kann jetzt mal kurz in die Kamera antwerpen
00:36:53: Genau.
00:36:54: Silber, also doch?
00:36:56: Aber man muss dazu sagen und da wollte ich jetzt darauf kommen der erste Platz ist doch noch mal schöner als der zweite.
00:37:02: Nichtsdestotrotz kann man die beiden Medaillen nicht vergleichen aber es sind natürlich zwei verschiedene Geschichten auf meinem Weg.
00:37:09: Und ja ich bin unglaublich stolz das auch geschafft zu haben.
00:37:13: und gerade in Landwerpen war's einfach Für mich unglaublich, weil ich einfach aus den Erfahrungen in der letzten Jahre gelernt habe.
00:37:24: Ich fasse mal im Jahr zwei Tausend siebzehn Kreuzbandriss, im Jahr zweitausend achtzehn Comeback, zum Jahr zwei tausend neunzehnt, habe ich diese bittere Niederlage in Stuckert gehabt und dann Corona verschoben.
00:37:34: Olympische Spiele Silber.
00:37:35: ein Jahr später Heime M München wiedervertuernt.
00:37:38: Vizeweltmeister geworden im Oktober.
00:37:42: Und ich war so leer, im Anfang dieses Jahres.
00:37:45: Ich war so platt!
00:37:47: Ich war nur noch der Profi würde ich sagen... Ich habe meinen Leben rundherum so ein bisschen schleifen lassen und dachte eigentlich, meine Zeit ist vorbei.
00:37:55: Und Mitte des Jahres kam Hubi zu mir und sagte zu Lukas du brauchst keinen neuen Trainingsplan, Du brauchst Urlaub!
00:38:01: Und er hat nicht drei Wochen in den Urlaub gesteckt.
00:38:03: ich weiß nicht wie lange du immer so Urlaub hattest aber drei Wochen am Stück hatte sich glaube ich die letzten fünfzehn Jahre nicht Urlaub.
00:38:09: Und ich war drei Wochen im Urlaub und bin zurückgekommen und ich war wieder so hyped.
00:38:14: Ich bin wieder so zu meinem Tugendern zurück.
00:38:16: Ich habe mich wieder ordentlich ernährt, ich habe wieder Mentaltraining gemacht.
00:38:20: Ich habe drum herum wieder alles versucht zu organisieren.
00:38:23: Mein Team um mich rum aufgebaut und bin danach an Twerpen gekommen und war so richtig im Flow und war angreifslustig.
00:38:30: Ich hatte wie gesagt gelernt aus diesen Höhen- und Tiefen der letzten Jahre und ja das hat einfach nur extrem viel Spaß gemacht.
00:38:39: eine richtig runde Geschichte.
00:38:41: Ich bin im Nachgang noch zum Sportler des Jahres gewählt worden, was natürlich eine riesengroße Auszeichnung ist.
00:38:46: Und ja eigentlich kann man sich ein Karriereänder nicht schöner vorstellen.
00:38:51: aber drei olympische Spieler sind natürlich auch nicht schlecht und deswegen erstanden die acht Monate später an und das wollte ich natürlich mitnehmen.
00:38:58: Das heißt nach diesem Boom Moment um darauf zurückzukommen auf deinen Hashtag war definitiv an Werben.
00:39:05: wenn du sagst ey es ist so besser geht's dich weil es ist keiner vor dir.
00:39:09: Und dann wolltest du natürlich die Chance nutzen, auf dieser Welle weiterzureiten und das mit nach Paris zu nehmen.
00:39:16: Zu den acht Monate später stattfindenden olympischen Spielen.
00:39:21: Bist da an den Start gegangen?
00:39:23: Aber es lief nicht alles gut in der Vorbereitung!
00:39:26: Du hattest dich verletzt gehabt und war dann so ein bisschen unklar ob du das überhaupt schaffst, da teilzunehmen, mitzumachen... Was war da los?
00:39:36: Ich habe ... Nach dem Jahr bin ich gut gestartet in das Olympische Jahr.
00:39:44: Ich bin Weltkappsieger direkt geworden, habe die deutschen Meisterschaften sehr souverän gewonnen und war bei der zweiten Quali.
00:39:52: Das waren sechs Wochen vor den Olympischen Spielen und setze an den Ring zum Kreuzhang an und auf einmal zieht es mir in meinen Beatsaps rein.
00:39:58: Und ich hab mir den Muskelbündel im Beatsabs gerissen.
00:40:03: Eigentlich war's vorbei!
00:40:06: Die Chance, zu Olympischen Spielen zu fahren ging eigentlich gegen Null.
00:40:09: Jeder der so ein bisschen mit Muskelverletzungen auskennt einen Muskelbödenrester braucht acht Wochen und dann kannst du wieder anfangen.
00:40:16: Ich hatte sechs Wochen bei den Olympischen Spielern zu Touren
00:40:19: Und dann ist ein Wunder passiert.
00:40:20: oder wie, wie konntest du wieder ans Gerät gehen?
00:40:23: Wir haben in der alles versucht was aus ärztlicher Sicht und Physiotherapie-Sicht möglich war.
00:40:31: Der Bundestrainer hatte mir neun Tage vor den Olympischen Spielen die Deadline gesetzt.
00:40:36: bis dahin das war die Abreise nach Paris musste ich eine Barrenübung tun und wir haben alles daran gesetzt.
00:40:42: im Normalfall muss man sagen tue nicht so in den letzten fünf, sechs Wochen vor so olympischen Spielen fünftigbaren Übungen.
00:40:50: In dem Fall habe ich genau eine geturnet und mit der Übung hat der Bundestrainer gesagt okay bekannst du die Übung?
00:40:56: Wir nennen dich mit nach Paris.
00:40:57: und meine zweite Übung dann hab' ich in Paris geturnt!
00:41:01: Und wenn wir da ins Finale gekommen unter den besten acht Turnen auf diesem Planeten.
00:41:05: Das ist so unglaublich wenn man diese Story hört weil... Man sieht sich da turnen Ich hab dich da turnend seht.
00:41:12: Ich war dort vor Ort dann sowas zu hören, was da eigentlich alles im Hintergrund so abläuft.
00:41:18: Das weiß man einfach nicht von außen und man denkt immer so ah ja der Ton hat an das Gerät und tun da seine Übungen und dass da so viele Hürden im Vorfeld waren ist auch viel unklar war.
00:41:30: Fabi war da glaube ich auch in der Zeit wieder einer deiner sehr engen Begleiter natürlich... Was hatte dir da auf den Weg gegeben?
00:41:37: Da gab es glaube ich einen schönen Satz wo's hieß Wie Olympia-Sieger Fabian Hambüchen, Lukas Daußer bei Paris.
00:41:48: Und zum persönlichen Happy Endverhalf!
00:41:51: Was hat er denn gemacht?
00:41:52: Ich war dann eben nach diesem Muskelbündner.
00:41:54: Also ich konnte nichts machen.
00:41:55: Ich habe versucht mich bereit zu machen körperlich fit zu machen das wenn dieser Moment kommt und ich wieder schwingen kann dass ich dann auch ja voll fit bin und hab mir überlegt wie ich diesen Oberarm so ein bisschen abdämpfen kann.
00:42:07: Ich hatte da mit Wolleballern geschrieben ob die mir Knibandagen geben können die ich mir um mein Oberarm machen kann.
00:42:12: Die hatten das nicht.
00:42:13: und irgendwann ist mir gekommen, der Fabi hatte früher so Bandagen.
00:42:17: Und ich hab ihn angerufen und gesagt, Fabi kannst du mir diese Bandage schicken?
00:42:22: Sagt so, boah ich weiß nicht wo die sind!
00:42:24: Ich schau mal im Keller aber eins sage ich dir riech nicht dran Und der hat mir die dann mit Express nach Kimbom ins Trainingslager geschickt.
00:42:33: Ich hab das Ding probiert, anprobiert und es hat so ein kleines Schaumstoff drin gehabt.
00:42:38: Es hat mich einfach so ein bisschen diese Belastung von diesem Holm abgenommen gerade bei den Oberarm-Elementen.
00:42:44: Und ich habe letztendlich dann in diesen Dingen meine Übungen beim olympischen Spiel hin auch getrunnt.
00:42:48: Deswegen hat er mir da natürlich anders unterstützt als sonst.
00:42:54: Aber
00:42:56: Unterstützung!
00:42:57: Vielleicht zählt genau... Und vor allem an solchen Geschichten kann man ja dann erzählen.
00:43:03: Und was ist dir doch vor dem Finale, wo du ans Gerät gegangen bist?
00:43:07: Was ist dir da durch den Kopf gegangen?
00:43:10: Kurz mal das Projekt zu nehmen, ich habe vertont.
00:43:12: Ich habe leider verkackt in dem Finale und bin an diesen Barren gegangen.
00:43:17: und man muss dazu sagen, dass ich diese Wettkampfhärte nicht hatte, weil ich natürlich immer nur ein Training trainiert hab.
00:43:22: Ich hab davor keine Wettkämpfe mehr gehabt, ich hab die ganzen Mannschaftsdurchgänge in den Trainingslager nicht mehr gemacht und ich hatte immer diese Zeit am Barren und wir präparieren unseren Barren mit Honig und Magnesia.
00:43:32: Und ich hatte natürlich immer eine oder zwei Minuten Zeit bis ich den Ruhe präpriert habe und dann erst meine Versuche gemacht.
00:43:39: im Training und weil im Wettkampf es so, du hast dreißig Sekunden.
00:43:44: Ich sag mal bis die Wertung von dem Vortun heraus ist vielleicht ein halb Minuten maximal um diesen Barren zu präparieren Und ich habe mir den Barren einfach mit zu wenig Honig präporiert und im Vorfeld der Übung und das war auch im Nachgang leider der Fehler hat diese Präparation nicht gestimmt und ich hab die ganze Zeit nur gehofft hoffentlich hält dieser Griff und ich war gar nicht mehr bei mir und meiner Übung sondern ich war bei diesem Griff.
00:44:09: Ich melde meine Übungen und tun die ersten beiden Elemente, wo ich diesen Griff benötige.
00:44:13: Der Griff hat gehalten und es hat funktioniert.
00:44:15: Und ich sag so einen kleinen Moment ab unterbewusst und sage so, oh zum Glück hat dieser Griff gehalten!
00:44:20: Und im nächsten Moment passiert der Fehler beim nächsten Element.
00:44:24: Ja das war so...der Fehler, der mir eben in Paris passiert ist ja.
00:44:30: Ich kann das so gut nachvollziehen weil für mich tatsächlich auch im Bahnen immer der Griff so wichtig war.
00:44:36: und wenn der Griff nicht gestimmt hat dann ist man einfach nicht bei der Sache.
00:44:42: Und vielleicht magst du noch unseren Zuhörenden und Zuschauerenden vielleicht kurz erklären, was nochmal Griff bedeutet?
00:44:48: Einfach für die sich mit dem Ton vielleicht nicht so gut auskennen.
00:44:51: Was das bedeutet... Du hast Honig erzählt, du hast Magnesi erzählt.
00:44:54: Vielleicht magst auch ganz kurz eine Spezialmischung uns erzählen!
00:44:57: Genau also wir haben ja Unterholenelemente nennt man die am Bahnen.
00:45:00: Das sind Felgen, Riesenfelgen beispielsweise und da ist es natürlich extrem wichtig dass wir Halt haben sonst rutschen wir raus.
00:45:08: Ich sag mal, meine Präparation sah so aus.
00:45:10: Ich hab den Barren abgeschmiegelt mit Schmirgelpapier Dann kam eine Schicht Honig drüber und dann habe ich die mit Magnesia verrieben Und im Endeffekt hat es dann irgendwann so ne Konsistenz.
00:45:21: das ist wie so ein Kleber ist kann man sagen und man klebt einfach so ein bisschen an diesen Barren.
00:45:26: aber wenn das natürlich nicht hundertprozent passt Ja war ich in dem Moment zu sehr bei diesem Griff und nicht mehr bei mir und bin am ende siebter Platz in Paris geworden.
00:45:38: Nicht das erhoffte Ende, sage ich mal oder nicht das Happy End was man sich als Sportler vielleicht wünscht.
00:45:44: Für mich persönlich war es aber wichtig dass ich die Kontrolle über mein Karriereende habe und ich wollte nicht aufhören aufgrund einer Verletzung oder weil ich die Leistung nicht mehr bringe.
00:45:53: Und es ist nunmal so.
00:45:56: wie soll ich das beschreiben?
00:45:58: Man entscheidet nicht selbst wie eine Geschichte endet Aber man entscheidet selbst wie man sie erzählt.
00:46:05: Wenn ich jetzt so an meine Karriere zwei Jahre danach zurückdenke, sehe ich nicht diesen siebten Platz in Paris.
00:46:11: Sondern eigentlich den zehnjährigen Jungen der hier im Fernseher saß und dann diesen Weg gegangen ist.
00:46:18: Viele sagen ja immer, dass das Ziel und diese Höhen- und Tiefen auf diesem Weg genommen hat, dass ich gelernt habe, Prioritäten zu setzen, Verantwortung zu übernehmen.
00:46:26: Dass ich gelernt hab aus Niederlagen stärker hervorzugehen... Der Gewinn für mich persönlich und der Mensch, der ich dadurch geworden bin.
00:46:36: Und die Medaillen, die ich gewonnen habe sind eigentlich der Beweis, dass meinen Weg funktioniert hat.
00:46:41: Und natürlich nicht nur der Gewinn sondern... Ich würde sagen das kann dir auch nie einer mehr nehmen!
00:46:47: Du hast hier Olympia, Silber, Weltmeisterschaftsgold, du bist zum Sport des Jahres, zwanzig dreiundzwanzig gekürt worden.
00:46:53: also das sind ja alles Auszeichnungen und wirkliche Errungenschaften, Deine ganze Karriere widerspiegeln und nicht dieser letzte Moment auf internationaler großer Bühne in Paris.
00:47:07: Und ich finde das so stark von dir, dass du das auch für dich so konservieren kannst glaube ich.
00:47:13: Hat auch
00:47:13: ein bisschen gedauert ehrlicherweise.
00:47:17: Es ist alles ein Prozess im Leben sowie auch das irgendwo zu verarbeiten.
00:47:24: Du hast es ja schon erwähnt, du hast dann irgendwann für dich ja beschlossen... aufzuhören.
00:47:28: Wann kam dieser Entschluss?
00:47:30: Und wie hast du den für dich formuliert?
00:47:32: und wie bist du denn angegangen?
00:47:35: Leider relativ schlecht, würde ich sagen.
00:47:37: bin ich dann angegangen und zwar war für mich relativ klar Anfang im Jahr ist das dieolimische Spiele mein letzter Wettkampf Sinn sein wird.
00:47:48: Habt es auch intern kommuniziert.
00:47:49: also mein Umfeld wusste auch Bescheid aber halt nicht der Öffentlichkeit.
00:47:54: weil Ja, weil ich mich erstens noch qualifizieren musste für die olympischen Spiele und ich wollte jetzt nicht sagen ist mein letzter Wettkampfer.
00:48:00: Wenn ich mir nicht qualifiziert hätte weiß ich nicht genau was passiert wäre.
00:48:03: Und leider... Ich wollte nach dieser Nominierung, die eben nach der zweiten Olympia-Quali sechs Wochen vor den Olympischen Spielen stattgefunden hat, hätte ich das gerne bekannt gegeben.
00:48:14: Leider sah sich dann aber bandagiert irgendwie mit meinem Oberarm beim Arzt, beim MRT und wusste selbst nicht ob ich es zu den Olympian Spielen schaffe.
00:48:21: Deswegen konnte ich natürlich auch nicht verkünden.
00:48:25: wenn ich gar nicht weiß, ob ich überhaupt dabei bin aufgrund der Verletzung.
00:48:28: Deswegen hat sich so ein bisschen hingezogen und ich habe eigentlich gehofft dass es mir nochmal so ein befreiendes Gefühl gibt und ich es ein bisschen mehr genießen kann weil ich auch weiß das ist mein letzter internationaler Auftritt.
00:48:43: leider ist es nie dazugekommen weil ich dann ja erst neun Tage vor dem Olympischen Spielen wusste, dass ich überhaupt teilnehmen kann.
00:48:51: Und dort war nicht der richtige Zeitpunkt für mich.
00:48:54: Da war natürlich auch der Wettkampf zu nahe um das dann dort vor Ort zu verkünden.
00:49:00: Deswegen habe ich es ein bisschen zur Seite gedrängt.
00:49:02: aber jetzt im Nachgang ist es einfach ein bisschen blöd gelaufen aufgrund der Verletzung und ich hätte es gerne im Vorfeld kommuniziert damit ich glaube ich einfach mehr hätte dieses ganze Olympische Spiele genießen können
00:49:15: Und das auch mitnehmen können.
00:49:16: Was ich sag?
00:49:17: Ja, natürlich!
00:49:18: Also... Ich hatte ja genauso damit zu kämpfen.
00:49:21: also für mich war ja so okay.
00:49:23: Wann erzähle ich das der Öffentlichkeit?
00:49:25: und natürlich war jetzt mein Weg nicht ganz so holprig mit einer Verletzung wie bei dir.
00:49:30: Also ich hatte dann mir das dann in meinem Kopf irgendwie ausgemacht und habe dann erstmal meinen engeren Umfeld darüber gesprochen und es kommuniziert und dann relativ kurz eben vor der EM Karriere eben in München, zwanzig-zwanzig beendet.
00:49:46: Noch so gesagt okay jetzt bin ich nominiert und jetzt jetzt gehe ich mit der Nachricht raus.
00:49:50: also ich habe da auch gestruggelt.
00:49:51: also mache ich das still und heimlich oder geh ich an die Öffentlichkeit?
00:49:55: Und wenn man an die öffentlichkeit geht aber dann irgendwo natürlich mit diesem kleinen Backup zu wissen ok man geht dorthin man tont dort um diese Unsicherheiten die du da hattest absolut und dann daraus zu gehen und sagen Ja, irgendwie.
00:50:09: Ja der wichtigste.
00:50:10: oder also was heißt ja mit dem Moment wo ich es dann verkündet habe?
00:50:12: Es war so... Ich hab diesen Metcalf geturnen und war natürlich enttäuscht.
00:50:15: siebter Platz.
00:50:17: Lauf durch diese Mixzone und da weiß er selber bei Olympia ist das ja nochmal ein bisschen extremer standen Hundertzwanzig Journalisten.
00:50:24: Die deutsche Fraktion waren bestimmt auch von zwanzig Reporter die da standen und ich war einfach nur bedient Und das war für mich nicht der richtige Rahmen um da mein Karriereende zu verkünden.
00:50:34: Ich hab dann da zu nichts gesagt und habe gesagt, ich überleg mir das noch.
00:50:39: Ich weiß noch nicht genau wie es weitergeht und bin dann zurück ins Olympische Dorf gefahren und dann hatte mich Fabi eben angerufen und ich hatte ihm von der Situation erzählt und er war zurzeit als Eurosport-Experte auch vor Ort und hatte mich dann zu ihnen ins Studio eingeladen.
00:50:58: der richtige Moment oder der richtige Rahmen, um auch meinen Karriereende zu beenden und habe das dann ein paar Minuten später im Sportstudium ZDF auch noch mal verkünden können.
00:51:07: Und deswegen war es dann trotzdem irgendwie für mich ein würdiger Rahmen und nicht irgendwo in der Mixzone nach einem enttäuschenden siebten Platz ist zu verkinden.
00:51:15: Find ich aber einen guten Weg, den du für dich gebetert hast und auch mit Fabi an deiner Seite, der so ein bisschen vielleicht dann auch den mentalen Support dir gegeben hatte?
00:51:26: Du bist dann rausgegangen kam es wieder zurück von den olympischen Spielen und war klar, du bändest an der Karriere.
00:51:34: Aber die waren nicht ganz zu Ende!
00:51:37: Du hast ja dann noch Bundesliga geturnt, also international beendet aber international vorbei auf nationale Ebene.
00:51:43: Hast du denn noch für dich gesagt okay?
00:51:45: Ich würde gerne so etwas wie eine Art Abschiedstournee machen und was ich auch total cool fand, weil du konntest dich ja irgendwie nochmal den Leuten noch mal zeigen.
00:51:53: Konntest irgendwie nochmal alles mitnehmen und auch diese Momente die dir einfach zu dir gehören oder dir zugestanden werden sollten oder einfach diese Bühne denn du bist nämlich mit dem Feuerwerk der Tonkunst, mit der Tour Viva durch Deutschland eigentlich getourt eine ganze Tournee gemacht.
00:52:13: und wie hast du das wahrgenommen für dich?
00:52:16: Wie war es auf der Tour, hattest du eine gute Zeit gehabt.
00:52:20: Es war unglaublich!
00:52:21: Das ist echt cool.
00:52:21: ich habe im Dezember twenty-fünf meinen letzten Wettkampf quasi geturnt in der Bundesliga und am siebenundzwanzigsten Dezmber hat dann die Tournee gestartet.
00:52:29: wir waren insgesamt dreißig Tage unterwegs.
00:52:33: Siebenunddreißig Shows sind dreißzig Tagen in drei und zwanzig verschiedenen Städten.
00:52:37: Es war brutal anstrengend, aber es war richtig cool.
00:52:41: Einfach diesen Druck nicht zu haben, irgendeine Wertung oder eine Platzierung erreichen zu wollen sondern einfach das Publikum zu entertainen und ich würde zwar von mir sagen dass kann ich eigentlich ganz gut War das einfach für mich richtig cool.
00:52:57: Zusammen mit Andreas Toba, mit dem ich auch sehr lange Zeit in der Nationalmannschaft geturnt habe und der auch diese Tournee mitgemacht hat, hatten wir dann eine richtig coole Zeit und wie du es angesprochen hast – es war so ein kleine Abschieds-Tournee!
00:53:09: Wir waren ja in den größten Hallen Deutschlands, Olympia Halle München, Uber Arena Berlin, Langsays Arena in Köln
00:53:15: usw.,
00:53:15: also das war unfassbar!
00:53:18: und dass ich dort noch mal am Baren nicht meine Kühe, sondern so eine kleine Show-Koreo vorführen durfte.
00:53:25: Das war für mich richtig cool.
00:53:27: Da hat richtig viel Spaß gemacht!
00:53:29: Ich habe auch mal Ausschnitte gesehen.
00:53:30: Ich war ehrlicherweise nicht bei einer Show.
00:53:32: Ich konnte nichts.
00:53:36: Ja, shame on me... Und ich habe aber natürlich immer Ausschnitte gesehen gehabt und fand es echt cool, dass ihr das da zusammen gemacht hattet.
00:53:43: Und die seid auch mal gut gefeiert worden.
00:53:45: Also ziemlich, ziemlich cool!
00:53:47: War eine Mega-Erfahrung
00:53:48: ja... Und würdest du sagen eben dieser Abschluss der dich da gut und entspannt rausgebracht hat aus dieser Zeit?
00:53:55: Auf jeden Fall.
00:53:56: Ich wollte auch nicht so ein abruptes Ende von Hundert auf Null.
00:53:59: vielleicht kannst du gleich nochmal sagen wie wir das für dich damals waren.
00:54:01: deswegen hab' ich mich entschieden noch einen Jahr Bundesliga zu tun um einfach auch viele also so Ausdauerspoller sagen wir wegen dem Herz.
00:54:09: Bei uns jetzt Ausdauer würde ich jetzt eher mal hinten anstellen, die längste Übung ist bei uns siebzig Sekunden am Boden, das ist jetzt keine... Ja und Frauen
00:54:15: neunzig?
00:54:16: Das ist jetzt kein krasser Ausdaurer, den man da haben muss es eher so eine Kraftausdauer über uns.
00:54:20: aber trotzdem für die Gelenkemuskulatur war's glaube ich ganz gut dass sich so ein schleichenden Übergang hatte mit dieser Bundesliga-Saison um nicht diesen ja abrupten Stop auch zu haben und dann eben diese Tournee nochmal um dieses Turn noch einmal anders zu genießen.
00:54:36: wenn wir auf Wettkämpfen sind und eben auch so große Wettkämpfe wie auch Olympische Spiele, Weltmeisterschaften.
00:54:43: Und man vielleicht auf der vorher mal so eine Duschstrecke hatte und es irgendwie mal so schlecht lief und noch Niederlagen gab und Verletzungen dann kommt wieder zurück und da gibt's tolle Wett kämpfe und richtig erfolgreiche Wett Kämpfe.
00:54:57: Dann gibts ja da immer was zu feiern!
00:54:59: Da möchte ich doch mal so ne Community-Frage hier mit reinfließen lassen die Leute von außen natürlich immer interessiert Was passiert nach so einem Wettkampf?
00:55:07: Wird denn auch gefeiert.
00:55:11: Ja, ich würde jetzt mal von mir überhaupt nicht bin kein Kind von Traurigkeit was es angeht.
00:55:17: also ich glaube ich kann ganz gut feiern.
00:55:21: Ich kann das insofern bestätigen dass wir glaub ich immer ziemlich coole Partys danach gefeuert haben und die immer nicht zu kurz waren würde ich mal sagen Es gab auch manchmal schon der eine oder andere Moment wo's dann plötzlich draußen Beim Rausgehen schon ziemlich hell geworden ist.
00:55:38: Ja, auf jeden Fall.
00:55:38: aber das ist halt auch glaube ich... Also es gibt immer ein Bankett am Ende der WME, da ist natürlich das vom Veranstalter organisiert und meistens ist es so dass dann die große Teilnehmeranzahl weiterzieht noch in irgendeinen Nachklub Die Wochen davor ist.
00:55:57: wie du gesagt hast man ist so fokussiert, man konzentriert sich die Ernährung passt, das Gewicht stimmte kommt der Wettkampf, es fällt so viel Last von dir ab und dann schaltet's halt mal die eine oder andere Sicherung auch aus.
00:56:13: Und dann klingelt's auch mal.
00:56:14: aber das ist auch völlig
00:56:15: losgelöst!
00:56:17: Genau so.
00:56:19: Aber das ist cool, da gibt´s ne ganz lustige Geschichte aus Paris... Hau raus!
00:56:25: Olympisches Finale wird dann im deutschen Haus und dieses deutsche Haus hat einfach um ein Uhr zugemacht.
00:56:31: Es war lächerlich, also ich habe mich gefragt was ist denn hier los?
00:56:34: Aber wegen Ruhestörung glaube ich aus der Nachbarschaft ging das eben nur bis einen Uhr und dann fuhr ein großer Schattelbus zurück ins olympische Dorf.
00:56:44: Ich habe diesen Shuttlebus gefüllt, ich hab mich vor diesem Shuttle Bus gestellt und hab alle aus dem deutschen Haus in den Shuttle.
00:56:50: Ich saß
00:56:50: übrigens auch drin in dem Bus!
00:56:52: Am Ende hat der Busfahrer gesagt, Lukas, wir sind zu viele... Wir haben nur achtundachtzig Plätze.
00:56:58: hier sind hundertzwanzig Leute im Bus, das müssen wieder welche aussteigen.
00:57:01: Ich hab gesagt mach die Türen zu, wir fahren jetzt.
00:57:04: Ja, ich saß nämlich tatsächlich gestapelt auf andere Leuten
00:57:07: Und Endeffekt habe ich ihm dann die Route geführt, aber nicht ins olympische Dorf sind, sondern zu irgendwo.
00:57:15: ich weiß gar nicht mehr wo diese diskur war.
00:57:16: Aber irgendwo zentral in der Stadt und im Endeffekt hat er der Schattelfahrer dieses deutsche Haus dann in diesem Club rausgelassen und wir sind in diesen Club noch einmarschiert.
00:57:25: Aber ja da gab es unzählige Stories.
00:57:27: wenn ich zurückdenke, zwei tausend siebzehn haben wir tatsächlich schon vorm Finale gefeiert so ein bisschen weil eben für uns keine Finals mehr anstanden.
00:57:38: selber Medaille war gewonnen.
00:57:40: Wir waren auf diesem Hotelflur und haben uns Pizza bestellt, glaube ich.
00:57:46: Und haben da den Abend genossen.
00:57:49: Irgendwann kam ein ungarischer Trainer raus und meinte, hey Jungs!
00:57:52: Der Bergi hat morgen Finale!
00:57:54: Also der Bergi ist ein guter Tor.
00:57:55: Ist ein ungarrischer
00:57:56: Tor oder Pauschenpferd toller?
00:57:57: Olympiasieger glaube ich von O-twelf.
00:58:00: Und ja, da haben wir natürlich das eine oder andere Mal auch über die Stränge schlagen.
00:58:04: Aber jetzt... Das
00:58:05: war aber auch ein ziemlich legendärer Name!
00:58:07: Ich war auch Teil davon muss ich sagen.
00:58:09: Ich erinnere mich noch sehr gut.
00:58:10: Ja Berg hat morgen Finale und auch so einen Spruch.
00:58:12: Ja oder auch im Jahr
00:58:13: zwei tausend neunzehnten Wasen also die Weltmeisterschaft in Schuckert.
00:58:18: Da waren eben dann das Bankett auf dem Wasen.
00:58:22: Es
00:58:22: hört euch tatsächlich bis heute, dass es einer der leckenden Abschlussbanquets war überhaupt so in dieser Tonnenwelt, in der Tonnszene.
00:58:30: Weil ich glaube Leute die ja eben aus dem Außensein kommen waren das nicht gewohnt dass Leute auf Bierbänken tanzen und alle irgendwie einen Dünnel an den Fall eine Dracht irgendwie anhaben und da ganz wild gefeiert worden ist in so einem riesigen Zelt Das war ja schon ziemlich gut.
00:58:46: Ne abschließend vielleicht dazu ich sage mal wer gut turnen kann er kann auch gut feiern.
00:58:50: Da gehe ich voll mit.
00:58:51: für die sehe ich ganz genau so.
00:58:54: Wer arbeiten kann, darf sich danach auch belohnen.
00:58:56: So ist es!
00:58:57: Wer ist jetzt dieser Lukas heute?
00:58:59: Kannst du das für dich auch schon beantworten?
00:59:01: Wer bist du auch so abseits dieses Tunnens?
00:59:04: Lass uns da mal ein bisschen reinblicken.
00:59:06: Ja, es ist schwierig.
00:59:07: ich glaube dann müsstest du jetzt nicht meine Frau oder weiß ich nicht einen Freund noch einmal fragen wie genau wenn?
00:59:13: ich würde sagen... Ich bin ganz lustiger Zeitgenosse der Lukastin Turner.
00:59:19: den kennen natürlich viele.
00:59:20: aber Der Mensch, der kommt glaube ich jetzt immer wieder mehr vor und das ist eigentlich auch das Schöne.
00:59:27: Ich bin gerne unterwegs.
00:59:29: Ich mache gerne viel mit meiner Familie.
00:59:32: Ich wohne ja jetzt auch wieder näher bei meinen Eltern, bei meinen Schwestern auch.
00:59:37: Und das ist für mich auch ganz cool dass wir da wieder mehr Kontakt haben früher aus... Halle oder aus Berlin, wo meine Station davor war.
00:59:44: Hat sich es für einen Nachmittag oder zwei Tage nicht gelohnt nach Hause zu meinen Eltern zu fahren und das ist jetzt schon schön gerade mit Familie mit bald zwei Kindern auch dass man da in einer schönen Umgebung auch ist.
00:59:59: Ja, ich habe mein Studium abgeschlossen jetzt vor kurzem.
01:00:02: Ich bin Bachelor und habe zwölf Jahre studiert.
01:00:05: Das war eine lange Zeit aber in der Zeit hatte ich einfach einen anderen Traum.
01:00:09: da haben wir die letzten Minuten schon intensiv darüber geredet.
01:00:13: Für mich war es wichtig ein zweites Standbein aufzubauen.
01:00:17: Ich würde sagen, ich bin immer noch in diesem Prozess von dem wir gesprochen haben.
01:00:20: Es ist ein Prozess, glaube ich, wo ich nur gewinnen kann weil Turnen kann mir keiner mehr nehmen und das ist das Schöne dass sich jetzt ganz viel neue Erfahrungen eigentlich sehen
01:00:27: können.
01:00:27: Es sind ja auch erst zwei Jahre.
01:00:29: also da muss man aber ganz ganz offen damit sein!
01:00:32: Ich glaube so eine Übergangsphase.
01:00:35: es gibt Leute die haben vielleicht auch zehn Jahre dran zu werden.
01:00:38: Und das ist normal, also das möchte ich auch nochmal erwähnen.
01:00:41: Ich habe mich ja schon intensiver mit dieser Zeit beschäftigt.
01:00:45: Was passiert, oder?
01:00:47: Was stimmt auch manchmal mit mir nicht.
01:00:50: Ich bin so hinterher mit manchen Dingen.
01:00:52: aber nein!
01:00:53: Wir haben ja eine ganze Karriere hinter uns und das müssen wir ganz klar sagen.
01:00:58: Und jetzt beginnen wir einfach vielleicht sogar ne zweite Karrierei kann man dann sagen.
01:01:02: Du hast es gesagt du hast jetzt den Bachelorabschluss gemacht.
01:01:05: wie hast du's so schön auf Insta gemacht?
01:01:08: Bachelor ohne Rose aber mit Abschluss großartig.
01:01:12: Und du hast da, glaube ich auch eine gewisse Grundlage gelegt für dein weiteres Business oder das Business was du jetzt gerade heute gemacht hast.
01:01:20: Nicht gemacht hast sondern was du machst.
01:01:22: und du bist ja weiterhin trotzdem im Tonsport engagiert und dann macht nämlich genauso Toncams gemeinsam mit unserem ehemaligen Kollegen dem Andreas Preitschneider.
01:01:34: Machst du da und engagierst dich dafür?
01:01:37: Weshalb?
01:01:37: Das ist eigentlich so.
01:01:38: das Schönste finde ich jetzt im Nachgang, dass sich die Kinder freuen wenn ich mir den Bild mache.
01:01:42: Wenn die Kinder für sich freuen, wenn ich mit denen Autogramm mach.
01:01:44: Das gibt nie aber persönlich klar.
01:01:46: Freue mich darüber!
01:01:47: Aber ich kann denen nicht wirklich was mitgeben.
01:01:50: und du hast angesprochen der Andreas Brettschneider, er hatte mich mal vor einem knappen Jahr mal angesprochen wie es den Ausschauern in Richtung Turnkäms zu machen und das war für mich so die Chance geil.
01:02:00: Ich habe eine Möglichkeit den Kindern auch was zurückzugeben und da hab ich gesagt, da bin ich dabei.
01:02:05: Und wir haben jetzt die letzten Monate und Wochen intensiv daran gearbeitet und sind jetzt mit der G-Generation seit Mai am Start.
01:02:11: Wir bieten Turncaps an in Chemnitz erstmal vorrangig weil wir einfach die besten Voraussetzungen haben.
01:02:18: Der Predy hat dann großes Hotel.
01:02:21: Wir haben super Möglichkeiten außerhalb der Turnhalle Wir haben ne richtig gute große Turnhalla einer der Besten in Deutschland und haben mit diesem Hotel einfach sei es Verpflegung, Unterkunft.
01:02:32: Aber auch diese Freizeitmöglichkeiten einfach direkt vor Ort.
01:02:34: und ja für mich ist das etwas Neues.
01:02:37: wir haben dieses Projekt jetzt gestartet.
01:02:39: Das ist das wo ich die nächsten Jahre auch meine Energie reinstecken will und versuchen will da den Kindern und dem Nachwuchs was zurückzugeben.
01:02:47: Und ja wir hatten es vorher einmal kurz Olympische Spiele in Deutschland.
01:02:51: Es ist ja das wonach alle streben um wieder Vorbilder zu kreieren für unser Nachwuchs.
01:02:56: Und wenn ich das auf diesem Weg noch ein bisschen intensiver gerade in diesem Tonsport machen kann, dann ist es glaube ich mit des Beste was ich mir persönlich vorstellen kann und es macht unheimlich Spaß, wer unser erstes Camp jetzt schon gehabt hat!
01:03:09: Ich freue mich ja auf die nächsten, ja!
01:03:10: Sag gut aus – ich habe's gesehen, ich hab's verfolgt!
01:03:13: Und sah nach ganz, ganz viel Spaß aus.
01:03:16: und ich glaube das ist ganz wichtig vor allem nicht nur für euch sondern auch für die Kinder.
01:03:21: Du hast es gerade angesprochen Vorbilder und wir steuern jetzt auf die letzten Minuten unseres Podcasts unserer Zeit zu.
01:03:29: Ich könnte noch ewig mit dir weiter sprechen!
01:03:32: Und du hast gesagt Vorbilders braucht's?
01:03:36: Und wenn du jetzt mal so zurückdenkst, und wir haben immer eine Kategorie am Ende unseres Podcasts.
01:03:41: Wenn wir an unser jüngeres Ich-Denken oder was würden wir unserem Jüngeren ich sagen?
01:03:45: Was würdest Du heute in wenigen Sätzen deinem zehnjährigen Ich, wo du damals in dir Turnhalle gekommen bist, Tunnen gesehen hast, die Turnhallen gesehen hast... Was würdest du im Heute sagen?
01:03:58: Das ist eine schwierige Frage!
01:04:01: Also ich könnte natürlich jetzt also so ne Standard Aussage ist natürlich geht ein Weg klar.
01:04:07: Ich glaube, jetzt mit der Erfahrung die ich jetzt habe oder mit den Erfahrungen die ich sammeln konnte, würde ich sagen.
01:04:16: Das ist ein Zitat von Frank Stäbler, den du auch gut kennst, ehemaliger Ringer.
01:04:22: Der hat gesagt, stell dir mal vor, du besteigst diesen Mount Everest und oben ist dieses Ziel einen Viertausend Meter Berg.
01:04:29: Und die meisten schauen immer nur noch oben und gucken nach oben Aber bei viertausend Meter kannst du dich ja auch mal umdrehen und zurückgucken.
01:04:37: Und das ist, was ich so im Nachgang meiner Karriere für mich ein bisschen mitgenommen habe... Ich war sehr schlecht im Genießen und im Feiern gerade von diesen Erfolgen und auch von diesem kleinen Erfolge.
01:04:47: Das würde ich ihm sagen es wird ein langer Weg er wird steinig werden aber feier dich auch mal für diese kleinen Ziele die Du erreicht hast weil das kommt oft glaube ich zu kurz.
01:04:59: Großartig!
01:05:02: Dem braucht es nicht mehr hinzuzufügen und ich fand das wunderbar.
01:05:08: Ich habe sehr, sehr viel Spaß gehabt mit dir heute diese Podcast-Folge aufzunehmen.
01:05:13: Vielen lieben Dank lieber Lukas, lieber Luki!
01:05:16: Und das war die Lukas Dauser
01:05:18: Story.
01:05:20: Danke euch.
01:05:20: Ciao ciao.
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